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Was tun, wenn´s brennt? Crossfit #2

15. April 2016 |
"Keine Entschuldigungen" - der Wahlspruch der Sportler. Die Antwort stammt bestimmt von einem Trainee.

Bei mir brennts. Es brennt der Latissimus, der Musculus gluteus maximus, Hypothalamus, Apfelmus. Ok, ich habe heute viel gelernt. Nur leider schwitze ich das gerade wieder aus. Ich versuche mich beim 18. „Thruster“, welches im Übrigen auch der 700. sein könnte (so fühlt er sich an) an das zu erinnern, was Trainer-Markus heute über die Ursprünge des Crossfit erzählt hat. Über einen Greg Glassmann, der sich mit seinen beschränkten Mitteln zuhause fit halten wollte bis die örtliche Turnhalle wieder geöffnet wird. Der ein ganzheitliches Training entwickelte, welches sich nicht nur um ein Körperteil oder eine Muskelgruppe nach der anderen „kümmert“, sondern möglichst breitgefächert den Körper trainiert.

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Mein Körper tut jetzt breitgefächert weh. Allein die Aufwärmrunde mit Boxjumps (ja, auf eine Kiste springen: 100x) und Kettlebell-Swings (16 Kilo durch die Beine auf Augenhöhe schwingen- auch n paar Hundert) hatte es in sich. Annabell gibt mir noch ein paar Tipps und kommt dabei kaum ausser Atem. Ich frage mich, was diese Sportskanone in der Intro-Class zu suchen hat. Die 17jährige hat Bauchmuskeln wie Channing Tatum und man muss selbst nach dem Workout genau hinschauen, wenn man eine Schweißperle sehen möchte. Meine erste Vermutung ist, dass Markus sie eingeladen hat, um meinem Ego den letzten Schlag zu versetzen. Das muss man hier wirklich draussen lassen. Aber gerade stört es mich nicht, dass mich ein Teenager anfeuert und nur schwerlich einen mitleidigen Blick verbergen kann.

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Gerade versuche ich am Leben zu bleiben. Das Workout für heute sieht eine Reihe von Thruster und Pull-Ups vor. Dabei sind Thruster Kniebeuge mit einer Langhantelstange und anschließendem Nach-Oben-Drücken der Stange. Ich habe mir sogar so coole Handgelenkschoner bei Markus gekauft. Die lasse ich ab sofort in meiner Wohnung rumliegen, damit ich jedem Besucher erzählen kann, dass ich ja jetzt regelmäßig trainieren gehe. Und Pull-Ups sind, richtig, Klimmzüge. Ich langweile Euch nicht mit Zahlen. Es müssen viele Wiederholungen absolviert werden. Sehr viele. Auf Zeit. Mindestens in 15 Minuten.

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Ich schaff´s nicht. Zum Schluss steht das ganze Team um mich herum und hilft mir bei der vorletzten Einheit. Die elektronische Stechuhr erlöst mich von meiner Qual. Ich breche auf dem Gummiboden der Box zusammen. Im Schwindel hebe ich einen Arm und klatsche mit meinen Leidensgenossen ab. Auch mit Annabell, die es zwischen dem Ende ihres Workouts und dem Abklatschen mit mir locker einmal nach Hause und zurück geschafft hätte, klatsche ich ab. Mein Ego liegt genauso am Boden wie ich und wir fühlen uns beide gut damit.

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Während ich warte bis der Schwindel verfliegt, erklärt Markus noch einige therapeutische Übungen. Das zählt er zu seinen Aufgaben: erst macht er uns fertig, dann hilft er uns die Schmerzen zu ertragen. Dabei ist er schon mit allen Wassern gewaschen. Hier schon nen Schaden gehabt, dort schon was gerissen. Er kennt sich aus mit Leistungssport und mit der Physio, wie auch mit der Ernährung. „Brot ist Arme-Leute-Essen“ sagt er und rät dringlich von Nahrungsergänzungsmitteln und Chemie ab.

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Einige der Jungs hier, bekomme ich mit, machen auch noch eine Ernährungs-Challenge. Ja, was denn noch?! Ich schalte ab und versuche mich zu erinnern, wo ich mein Auto geparkt habe und wie ich heiße. Während ich über den Parkplatz krieche nehme ich mir vor, ab sofort zweimal in der Woche zum Training zu gehen.

P.S. Der Trainer-Markus schreibt übrigens auch einen Blog.